Ein historisches Mosaik, Teil 5: 30jähriger Krieg II
 

Das Haus als Wohnung des Bürgermeisters Nusch im 30jährigem Krieg II

Georg Nusch kam sofort in den Aeußeren Rat (1617) und wurde 1618 Aeußerer Bürgermeister uns alsbald in den Inneren Rat erwählt. Er wurde mit schweren Aufträgen beladen, besonders da der eben ausbrechende Krieg die Stadt vor schwere Entscheidungen und Belastungen stellte. Die Aufstellung und der Einsatz des Unionheeres (wie dessen Wiederabbau) erforderte nicht nur hohe Ausgaben, sondern viele Verhandlungen mit den Unionsverwandten. Es war üblich, daß man den Jüngeren im Rat mit den unangenehmeren Aufgaben belud, vor allem, wenn er sich den Aufgaben und Verhandlungen gewachsen zeigte. Bis zum Jahre 1625 finden wir so Georg Nusch mit schwierigen Kommissionen reichlich beauftragt: z.B. Verhandlungen mit dem herrannahenden Mansfeld wie mit dem nachfolgendem Tilly sollten die Stadt soviel als möglich mit von den Drangsalen des Krieges bewahren. Hier konnte sich Nusch als geschickter Unterhändler oftmals bewähren.
Gleichzeitig wurde sein Haus zur Herberge für die hohen Truppenführer. Vom Dezember 1619 bis Mai 1620 wohnte Marktgraf Joachim Ernst mit Gemahlin, Kindern und Hofgesind bei Nusch, dazu vom 30. März ab auch noch der Marktgraf Christian von Kulmbach und ihr Bruder Sigmund. Im März 1622 waren die Herzöge Ernst und Wilhelm von Sachsen-Weimar beim Durchzug zu Gast.
Da 1630 und 1632 Nusch das Amt des Regierenden Bürgermeisters übertragen bekam, als der große Krieg unsere Heimat in den Mittelpunkt unseres Kriegsgeschehens zog, erwuchsen ihm besonders schwere Verantwortung und Bemühungen für seine Vaterstadt. Als am 31. Oktober die Stadt sich dem General Tilly unterwerfen mußte, wurde alsbald der Stadtkommandant Prinz Louis von Pfalzburg zu Nusch ins Quartier eingelegt. Nusch konnte dem Gewalthabenden die innere Lage der Stadt - auch die Unschuld der Bürger an der Meuterei der Aldringischen Leibkompanie, die man der Stadt schwer anrechte - klarlegen. Und als die Frauen und Kinder der Stadt vor dem Stadtkommandanten einen Fußfall taten, ritt Prinz Louis selbst durch die Stadt, um die Truppen vor weiterer Drangsalierung der Bürger abzuhalten. Diese Fürsprache des Altbürgermeisters Nusch hat man ihm nicht mehr vergessen. Seitdem galt er als "Retter der Stadt". Der spätere Stadtkommandant Farrenspach schleppte Nusch als Geisel mit ab bis nach Dinkelsbühl.
Als Bürgermeister und Altbürgermeister hatte Nusch von 1630 bis 1632 viele Kommissionen nach auswärts; zuerst noch wegen des Restitutionsedikts Ferdinands II. wegen der Klöster, dann zu den kaiserlichen Feldherren zur Abwendung weiterer Drangsale und schließlich zu Gustav Adolf zur Behütung vor neuen Beschwerungen. Der Schwedenkönig kam am 18. September 1632 selbst nach Rothenburg und nahm bei Bürgermeister Nusch Wohnung bis zu seinem Abzug nach Dinkelsbühl. So kam das Jagstheimer'sche Haus immer wieder in den Mittelpunkt bedeutsamen Geschehens und wurde der Schauplatz wesentlicher Entscheidungen!
[...] Als Nusch in der schwersten Zeit der Stadt 1632 zum Scholarchen und Konsistorialen erwählt wurde (d.h. zum Leiter des Kirchen- und Schulwesens), da wurde er auch für Schule und Kirche zum Bewahrer vor Untergang, die Geistlichen in Stadt und Land, die Lehrer trugen ihm ihre Amts- und Lebensnöte vor und suchten und fanden in seinem Hause Zuflucht und Hilfe. So wurde er oftmals "der Retter der Stadt" aus leiblichen und seelischen Nöten. Das Jagstheimer'sche Haus wurde damals vielen zur "Festen Burg" in schwerer Zeit.
Da Georg Nusch 1668 kinderlos starb, vererbte er sein Haus einem Neffen, Johann Georg Nusch.


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